Liturgie

Die schöne und würdige Feier unseres Stundengebetes in der Kirche prägt und heiligt den Tag.

Gestaltung des Stundengebets

Unsere vornehmliche Aufgabe ist das Stundengebet. So ist es uns auch wichtig, den Raum – unsere Klosterkirche – und die einzelnen Elemente entsprechend zu gestalten und viele Menschen mit in unsere Gebetszeiten hineinzunehmen.

Pensum und Gestalt der Liturgie nehmen die Lebensbedingungen der Gemeinschaft wahr und ernst. Indem wir seit einigen Jahren an Werktagen jeden Morgen erst um 7:30 Uhr mit den Laudes in Verbindung mit der Eucharistiefeier beginnen, ermöglichen wir auch den älteren Schwestern die Teilnahme an den Laudes.

Der Zelebrant ist unser Spiritual Pater Notker Hiegl OSB aus der Erzabtei Beuron. Er ist unserer Gemeinschaft eng verbunden und bewohnt ein Appartement in unserem Gästehaus. Etliche unserer Gäste suchen das Gespräch mit ihm. Regelmäßig bietet er in der Kirche die Feier des Bußsakraments an.

Sr. Margareta, unsere Sakristanin, sorgt täglich zuverlässig für die vielen wichtigen Details, damit wir unsere Liturgie schön und würdig feiern können. In der Gestaltung des Blumenschmucks in der Kirche werden wir von einem ehrenamtlichen Helfer unterstützt.

Das Wort selber kann nur erklingendes Wort sein.
Augustinus

Der Dienst der Schola liegt in den Händen von Sr. Maria Magdalena und Sr. Liobgid. Wir singen die überlieferten Gesänge des Gregorianischen Chorals. Als Klang gewordenes Wort Gottes ist er ein wichtiger Bestandteil der liturgischen Handlung und Verkündigung und Gebet zugleich.

Sr. Caterina begleitet die Gottesdienste auf unserer historischen Orgel und erfreut unsere Gäste mit schönen Nachspielen. Die kostbare Barockorgel wurde in den Jahren 1715-1720 von Meister Macrander aus Frankfurt erbaut. Sie verfügt noch über einen originalen historischen Pfeifenbestand von zehn kompletten Registern.


Altar und Kreuz

Der Altar mit dem modernen Hängekreuz ist der Kreuzungspunkt zwischen Schwestern- und Gästechor in der Mitte der Kirche.

Christus ist die Mitte, die uns zusammenhält und unser Miteinanderleben täglich neu ermöglicht. Das Kreuz über dem Altar unserer Kirche stellt uns dies täglich anschaulich vor Augen.

Unter der Altarplatte sind heute Steine aus den ersten Engelthaler Altären der Gründungszeit im 13. Jahrhundert und neue aus der Zeit der Wiederbesiedelung Engelthals 1962. So erinnert uns der Altar an unsere Engelthaler Klostergeschichte, nimmt uns mit in sie hinein und verbindet sie mit der Geschichte Gottes mit uns. Denn hier in der Mitte feiern wir jeden Tag die Eucharistie, das Geheimnis des Hingabe- und Wandlungsweges Jesu, und lassen uns in ihn hineinnehmen.

Über dem Altar hängt seit 1965 ein modernes Kreuz, geschaffen von dem Künstler Walter Cohausz, das uns als Gemeinschaft viel bedeutet. Es ist zusammengesetzt aus einer Mitte mit dem Kreuz Christi und aus vielen kleinen Kreuzen, die sich um Christi Kreuz gruppieren, es halten oder sich von ihm halten lassen – es bleibt offen, wer hier wen trägt.

Wir Schwestern sehen darin die vielen Kreuze der Menschen, die Kreuze, um die wir wissen, und jene, um die wir nicht wissen, jeder hat dort seinen Platz. Sie hängen aneinander, tragen einander, sind festgemacht am Kreuz Christi in der Mitte und weiten dieses dadurch gleichzeitig aus in Raum und Zeit – bis zu uns heute. Sie werden mit ihm und durch es dem Vater hingehalten, sie öffnen sich ihm mit der Bitte und in der Hoffnung, dass er auch sie verwandle, wie er das Kreuz seines Sohnes verwandelt hat.

Dieses Kreuz über dem Altar unserer Klosterkirche ermöglicht in allem Stachligen, Anstößigen, in aller Drangsal und Enge der gegenwärtigen Wirklichkeit, im Sich-Festmachen an Christus den gläubigen Durchblick auf das Ziel: auf das vollendete, endgültige Ankommen und das Leben in der Herrlichkeit des Geheimnisses Gottes. Dorthin sind wir unterwegs. Dort sind wir erwartet. Denn dorthin gehören wir.


Zurück