Zwischenzeit

Unser Umzug rückt näher – wir freuen uns zugleich am Frühling in Engelthal

Montag 1. Juni 2026 | Meldung


die neu gepflanzte Hopfenbuche die neu gepflanzte Hopfenbuche „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther einst gesagt haben. Auch wenn dieser Satz wahrscheinlich nicht von ihm stammt, so ist er eine ermutigende Anregung. Die große Kastanie an der Kreuzigungsgruppe vor dem Klostertor war im letzten Jahr umgestürzt. Zu unserer Freude hat unser Nachbar Siegfried Hoppe einen neuen Baum gestiftet. Zusammen mit unserem Hausmeister Norbert Gurb und im Beisein einiger Schwestern pflanzte er am 4. Mai an dieser Stelle eine Hopfenbuche. Wir hoffen und wünschen, dass der Baum nun dort für viele Jahrzehnte wächst und gedeiht, das Feldkreuz hütet und Wanderern Schatten spendet!

Wir Schwestern leben in diesen Wochen und Monaten in einer Zwischenzeit: Unser Umzug nach Bingen rückt in vielem sichtbar näher, doch noch wohnen wir in unserem schönen Engelthal. Und wie es immer so ist bei bevorstehenden Abschieden, nehmen wir in diesem Frühling die Schönheit Engelthals und unseres Gartens vielleicht noch deutlicher wahr als sonst. Seit kurz nach Ostern können wir jeden Tag eigenen Salat essen, seit einer knappen Woche sind die ersten Kirschen reif. Im Hang hinter unseren Zellen blüht eine große wilde Orchidee und im Gästegarten noch weitere.

gepackte Umzugskartons gepackte Umzugskartons Zugleich begegnen wir jetzt überall im Haus den Vorboten des kommenden Auszugs aus Engelthal:
Leere Regale in der Bibliothek und in anderen Gemeinschaftsräumen, die Bücher, die wir mitnehmen werden, sind in Umzugskartons gepackt und im alten “Nonnenbau” zwischengelagert worden. Vielen Dank an unsere ehrenamtlichen Helferinnen!!
Der Container im Hof wird immer mehr gefüllt, denn überall finden sich Dinge, die entsorgt werden müssen.

Das Altarkreuz aus unserer Kirche ist am 6. Mai von unserem Hausmeister vorsichtig abgenommen und in die Kunstwerkstätte der Abtei Königsmünster gebracht worden. Dort wird es in einen neuen kleinen Altar für unser künftiges Oratorium auf dem Rochusberg eingefügt. Dieses besondere Kreuz gehört so sehr zu uns, dass wir es mitnehmen wollen.

Blick aus dem Zimmerfenster unserer Sr. Angelika auf unser zukünftiges Kloster (links) Blick aus dem Zimmerfenster unserer Sr. Angelika auf unser zukünftiges Kloster (links) Am deutlichsten spüren wir den nahenden Umzug jedoch daran, dass am 18. Mai die erste Schwester von uns tatsächlich schon umgezogen ist! Im Pflegeheim “Seniorenwohnen im Kloster” auf dem Rochusberg war ein Zimmer frei geworden. Und so ist unsere älteste Mitschwester, Sr. Angelika, mit ihren 98 Jahren jetzt die erste von uns, die nun bereits dauerhaft dort wohnt. Sie ist sehr herzlich empfangen worden und kann vom Fenster ihres Zimmers aus direkt auf unser Haus, unser zukünftiges Kloster schauen.

Zwei unserer Mitarbeiterinnen haben einen Wohltätigkeitsbasar in unserer Pilgerrast aufgebaut und durchgeführt zugunsten der Mahaba-School im Müllgebiet von Kairo. Die dort angebotenen Dinge stammen zum Teil von uns, doch haben auch andere Menschen Schönes dazu beigesteuert.

Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit mit der Krönung Mariens in unserem Altarretabel (Foto: Stefan Sieg) Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit mit der Krönung Mariens in unserem Altarretabel (Foto: Stefan Sieg) Wir erfahren so spürbar, dass wir von vielen Menschen begleitet werden, mit Gebet, mit tatkräftiger Hilfe, mit ermutigenden Worten – und das trotz aller Wehmut, dass wir Engelthal verlassen werden. Auch durch die biblischen Texte in den Gottesdiensten der Osterzeit und ihre Auslegung in Predigten und geistlichen Impulsen erfuhren wir oft Zuspruch und Stärkung. Gestern am Dreifaltigkeitssonntag durften wir uns neu verankern im Geheimnis Gottes, der in sich Beziehung und Liebe ist, uns Menschen in seiner Lebendigkeit birgt und uns zum stets neuen Leben ermutigt.
Wir wissen uns getragen und geführt und sind dafür immer neu dankbar.


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