Konvent

Seit mehr als 50 Jahren gibt es in Engelthal wieder eine Ordensgemeinschaft in alten Klostermauern. Aber wer sind wir und wie leben wir? Was ist uns wichtig und wie gestalten wir unseren Alltag?

Benediktinerinnen in Kloster Engelthal

Auf der Suche nach dem, was dem Leben Sinn, Tiefe und ein Ziel geben kann, für das es sich zu leben lohnt, kam jede von uns Schwestern irgendwann nach Engelthal. So wurden wir zueinander geführt, um hier unserer Gottsuche Gestalt zu geben und sie gemeinsam verbindlich zu leben: als Frauen in der katholischen Kirche und nach der Ordensregel des hl. Benedikt.

Das Leben lieben

Geführt von der Sehnsucht nach Gott und dem Sinn seines Lebens, entdeckte Benedikt von Nursia (ca. 480 bis 547) den Weg des Evangeliums.

Wer ist der Mensch, der das Leben liebt?
aus der Regel Benedikts

Diese Frage wurde für ihn zu einer Leitfrage. Er lädt Menschen ein, „unter der Führung des Evangeliums“ sich mit ihm auf den Weg zu machen.

Leben lieben heißt für uns:

  • Gott den ersten Platz einräumen, „der Liebe zu Christus nichts vorziehen“;
  • das Leben bejahen und schützen, achtsam und verantwortungsvoll umgehen mit den Menschen, der Schöpfung, den Dingen;
  • die Gegenwart Gottes aufmerksam wahrnehmen in den Begegnungen und Herausforderungen des Alltags.
Altarkreuz

Das Leben ordnen

Für das gemeinsame Leben der Gottsuche verfasste Benedikt eine Lebensordnung, die sogenannte Benediktsregel. In ihr wird der konkrete Alltag auf Gott hin ausgerichtet und geordnet.

Das Leben ordnen heißt für uns:

  • unsere Zeit durch einen Rhythmus prägen lassen, der dem Gottesdienst Vorrang gibt und in dem Gebet, geistliche Lesung und Arbeit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen;
  • den Lebensraum des Klosters so einrichten, dass er auf Gott als die gemeinsame Mitte verweist und einen einfachen Lebensstil ermöglicht,
  • das Miteinander in Austausch und Schweigen so gestalten, dass Begegnungen auf Gott hin durchsichtig werden können.

Kloster-Tag

frühmorgens
persönliches Gebet und geistliche Lesung
7:30 Uhr
Laudes (Morgenlob) in Verbindung mit der Eucharistiefeier: davor oder danach Möglichkeit zum Frühstück
ab 9:00 Uhr
Arbeitszeit
12:00 Uhr
Mittagsgebet, anschließend Mittagessen mit Tischlesung und Ruhezeit
ab 14:30 Uhr
Arbeitszeit
18:00 Uhr
Vesper (Abendlob), anschließend Abendessen mit Tischlesung und Gemeinschaftszeit
20:00 Uhr
Komplet (Nachtgebet) und vor Sonntagen und Festen: Vigilien (Nachtwache)


Das Leben teilen

Benedikt begründete ein Leben in Gemeinschaft, in der Nachfolge Jesu eingeübt werden kann: durch das Bleiben in der Treue zu Gott und zur Gemeinschaft („Beständigkeit“), das Bleiben im Hören und in der Verfügbarkeit („Gehorsam“) und das Bleiben in der Bereitschaft zu Umkehr und Wandel („klösterlicher Lebenswandel“).

Das Leben teilen heißt für uns:

  • in einer Gemeinschaft von Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Prägung Glauben und Leben, materiellen Besitz und geistige Gaben miteinander teilen und Versöhnung leben;
  • den Lebensunterhalt der Gemeinschaft verdienen durch Arbeit in Haus und Garten, im Gästehaus und in der Werkstatt zur Restaurierung von Gemälden und Skulpturen;
  • gemeinsam einen Ort des Gebetes, der Stille und Begegnung gestalten, der offen und einladend ist für Gäste.

Unser Konvent

Im Jahr 2018 besteht unsere Gemeinschaft aus 15 Schwestern. Geleitet wird das Kloster von unserer Äbtissin M. Elisabeth Kralemann.

  • M. Elisabeth Kralemann

    geb. 1949, Profess 1978, Äbtissin, Novizenmeisterin

  • Sr. Johanna Stüer

    geb. 1952, Profess 1980, Priorin, Leiterin der Restaurierungswerkstatt, Begleitung unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen

  • Sr. Maria Magdalena Hörter

    geb. 1954, Profess 1986, Subpriorin, Leiterin des Gästehauses, Kantorin

  • Sr. Coelestis Lübbert

    geb. 1924, Profess 1952, Gärtnerin seit 1962, jetzt zuständig für den Blumenschmuck im Haus

  • Sr. Angelika Vogelsang

    geb. 1927, Profess 1955, früher tätig in der Buch- und Kunsthandlung und in der Sakristei

  • Sr. Regula Witt

    geb. 1933, Profess 1958, früher tätig als Hausmeisterin und in der Kursarbeit

  • Sr. Liobgid Koch

    geb. 1936, Profess 1959, Oblatenrektorin, Bibliothekarin, Kantorin

  • Sr. Margareta Groppe

    geb. 1935, Profess 1969, früher tätig als Restauratorin, jetzt Sakristanin

  • Sr. Hiltrud Meichle

    geb. 1938, Profess 1972, Gärtnerin, Mithilfe in der Wäschepflege

  • Sr. Barbara Schwarzer

    geb. 1947, Profess 1975, Infirmarin, Autofahrten

  • Sr. Ruth Bergerhoff

    geb. 1945, Profess 1978, Gastschwester, Imkerin

  • Sr. Michaela Storch

    geb. 1937, Profess 1982, früher Cellerarin, jetzt viele mitschwesterliche Dienste in der Gemeinschaft

  • Sr. Caterina Görgen

    geb. 1958, Profess 1986
    Cellerarin, Organistin, Infirmarin

  • Sr. Ursula Selter

    geb. 1942, Profess 1994, verantwortlich für das Nähzimmer

  • Sr. Hannah Wichmann

    geb. 1972, Noviziatsbeginn 2017, Mitarbeit im Gästehaus


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